Konventionellen Strom erzeugen



Unter konventionellem Strom versteht man im allgemeinen Strom, der entweder aus Kraftwerken stammt, die auf der Verbrennung fossiler Energieträger basieren, oder Strom aus Atomkraftwerken. Die fossilen Energieträger, die in Deutschland zum Einsatz kommen, sind zumeist Stein- oder Braunkohle.

Funktionsprinzip von Kohlekraftwerken


Die in Kohlekraftwerken zum Einsatz kommende Kohle wird zunächst gemahlen und anschließend getrocknet. Nach Abschluß der Trocknung wird die Kohle in den Brennraum des Kraftwerkes eingeblasen, wo sie verfeuert wird. Die Hitze, die bei dieser Verbrennungsreaktion frei wird, wird schließlich genutzt, um Wasser zu verdampfen. Der Wasserdampf wird dann durch Turbinen geleitet, die dadurch angetrieben werden. Schlußendlich wird die Rotationsenergie der Turbinen dann in elektrischen Strom umgewandelt.

Vor- und Nachteile von Kohlekraftwerken


Ein Vorteil von Kohlekraftwerken ist, dass der Rohstoff zur Stromerzeugung in Deutschland selbst gewonnen werden kann und somit eine gewisse Unabhängigkeit von Rohstofflieferungen aus dem Ausland besteht. Da die Ressourcen an heimischer Kohle jedoch nicht (mehr) in genügendem Maße vorhanden sind, ist dieser Vorteil zumindest bald verwirkt.

Ein Nachteil von Kohlekraftwerken ist die Tatsache, dass bei dem zur Stromerzeugung erforderlichen Verbrennungsprozeß, leider viele schädliche Gase anfallen, die unsere Atmosphäre belasten.

In früheren Zeiten lag das hauptsächliche Augenmerk bezüglich dieser schädlichen Gase auf Schwefel- und Stickoxide, die u.a. für den sauren Regen verantwortlich waren. Diesbezüglich ist mittels Rauchgasentschwefelungsanlagen und Entstickungsanlagen schon für eine erhebliche Besserung hinsichtlich der Luftverschmutzung gesorgt worden. Deshalb richtet sich das Augenmerk heute auch hauptsächlich auf den hohen Ausstoß des Gases Kohlendioxid, welches bekanntlich als klimaschädlich gilt und von vielen Wissenschaftlern für die globale Erwärmung verantwortlich gemacht wird.

Funktionsprinzip von Kernkraftwerken


Das grundsätzliche Funktionsprinzip von Kern- bzw. Atomkraftwerken beruft auf der Spaltung von Atomkernen, wodurch eine große Menge an Energie frei wird. So werden die Atomkerne von instabilen Isotopen der Elemente Uran, Thorium, oder Plutonium einer Aktivierungsenergie über das Eindringen eines Neutrons ausgesetzt. Diese Aktivierung führt zur Kernspaltung. Da bei dieser Kernspaltung als Spaltprodukt wiederum Neutronen freigesetzt werden, forcieren diese Neutronen die Spaltung weiterer Isotope und es kommt zu einer Kettenreaktion. Die bei diesen Reaktionen frei werdende Energie wird genutzt, um ein Kühlmedium (z. B. Wasser) zu verdampfen. Dieser Dampf wird dann analog zu Kohlekraftwerken zum Antrieb von Turbinen genutzt, die den gewünschten elektrischen Strom erzeugen.

Vor- und Nachteile von Kernkraftwerken


Die Vorteile von Kernkraftwerken sind zum Einen, dass sehr große Mengen an elektrischem Strom kontinuierlich erzeugt werden können und zum Anderen, dass beim Betrieb von Atomkraftwerken keine schädlichen Gase entstehen, die unsere Atmosphäre belasten könnten.

Nachteile sind vor allem in den Punkten Sicherheit im Betrieb der Anlagen und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle zu sehen. Bezüglich der Sicherheit ist es in der Vergangenheit immer zu Störfällen gekommen, die ein großes Risiko für die Menschheit bedeuten können. So ist den meisten Menschen sicher noch der Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahre 1986 in Erinnerung, unter dessen Folgen die Menschen in einem großen Umkreis um das Kraftwerk noch heute zu leiden haben. Zudem wird auch während des normalen Betriebes eine Beeinflussung der Gesundheit der Anwohner von Atomkraftwerken vermutet, da eine signifikante Erhöhung von Leukämieerkrankungen zu verzeichnen ist.

Die Entsorgung der radioaktiven Abfälle (verbrauchte Brennstäbe) ist deshalb ein weiterer und großer Nachteil von Kernkraftwerken, weil die Halbwertszeit der Isotope extrem lang ist und die Abfälle somit eine sehr lange Zeit sehr sicher gelagert werden müssen, um die Menschheit vor der gesundheitsschädlichen Strahlung zu schützen.

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